Ziel unseres Ärzte- und Hebammenteams ist es, die Geburt so angenehm, sicher und schmerzarm wie möglich für Sie und Ihr Kind zu gestalten. Mit diesen Informationen möchten wir Sie detailliert über die Periduralanästhesie (PDA) informieren.
Die PDA in der Geburtshilfe
In Deutschland erhalten ca. 50 Prozent aller gebärenden Frauen eine PDA. Durch eine geeignete Dosierung und Konzentration der Medikamente wird eine effektive Linderung der Geburtsschmerzen bei nur geringer bis fehlender Bewegungseinschränkung der Beine ermöglicht. Um eine individuelle Schmerzfreiheit zu ermöglichen, wird immer häufi ger die patientenkontrollierte Schmerztherapie angewendet. Dabei ist der PDAKatheter mit einer Schmerzpumpe verbunden, mit der die Patientin die erforderliche Menge an Schmerzmitteln selbst dosieren kann.
Da die Katheterspitze nahe an schmerzleitenden Fasern liegt, setzt die Wirkung des Lokalanästhetikums zeitnah (ca. 15 Min.) ein. Eine spezielle Programmierung der Pumpe verhindert eine Überdosierung. Der natürliche Geburtsfortschritt wird durch die PDA nicht beeinflusst, die Notwendigkeit einer Kaiserschnittentbindung ist nicht häufiger als ohne dieses rückenmarksnahe regionale Verfahren. Sollte jedoch im Geburtsverlauf ein Kaiserschnitt notwendig werden, kann die dafür notwendige Anästhesie meist über den bereits liegenden Katheter durchgeführt werden.
Indikation
Die häufigste Indikation in der Geburtshilfe ist der Wunsch der werdenden Mutter nach Linderung des Geburtsschmerzes. Dieser ist sehr variabel und kann, speziell von Erstgebärenden, als unerträglich empfunden werden. Medizinische Indikationen sind mütterliche Vorerkrankungen, bei denen eine schmerzbedingte Stressreaktion mit Blutdruckanstieg, hoher Herzfrequenz und erhöhtem Sauerstoffbedarf nicht toleriert werden kann, zum Beispiel bei bestimmten Erkrankungen von Herz und Lunge. Geburtshilfliche Indikation sind zum Beispiel die Zwillingsentbindung und die Entbindung aus einer Beckenendlage.
Definition
Als Periduralanästhesie (PDA) bezeichnet man eine Form der rückenmarksnahen Regionalanästhesie. Hier werden um die Nerven des Wirbelkanals scherzlindernde Medikamente injiziert, um eine Schmerzausschaltung in bestimmten Körperabschnitten zu erzielen.
Anlage einer PDA
Die PDA wird im Sitzen oder in Seitenlage angelegt. Sie werden gebeten, die Schultern zu entspannen und den Rücken zu krümmen. Nachdem die Haut desinfiziert und die Punktionsstelle betäubt ist, wird zwischen zwei Dornfortsätzen im Lendenwirbelbereich eine spezielle Hohlnadel eingeführt, auf der sich eine mit Flüssigkeit gefüllte Spritze befindet. Wenn diese die Bänder zwischen den Wirbelkörperfortsätzen passiert hat, lässt sich die Flüssigkeit leicht einspritzen. Nachdem ein dünner Katheter zur Gabe der Medikamente eingeführt worden ist, wird die Nadel entfernt und ein Verband angelegt. Die Anlage der PDA dauert etwa zehn Minuten und ist in der Regel nicht besonders schmerzhaft. Die Wirkung setzt bereits nach einigen Minuten ein.
Komplikationen
Die Periduralanästhesie ist eine sehr sichere Methode zur Schmerzausschaltung. In der ersten halben Stunde nach Anlage kann es zu leichtem Blutdruckabfall und einem verlangsamten Puls kommen. In dieser Zeit werden Sie von einem Arzt überwacht. Späte Komplikationen sind z. B. Kopf- und Rückenschmerzen, Infektionen oder Probleme bei der Blasenentleerung.
Schwerwiegende Komplikationen wie bleibende Lähmungen durch Entzündungen oder Blutergüsse, direkte Nervenverletzungen sind
extrem selten. Eine direkte Schädigung des Rückenmarks ist bei der geburtshilflichen PDA nahezu ausgeschlossen, da die Punktion unterhalb des unteren Rückenmarkendes verläuft.